Sie sind gebürtiger Mönchengladbacher, leben mit Ihrer Familie nur wenige Minuten vom BORUSSIA-PARK entfernt, haben aber einige Jahre beim HSV gespielt. Wie sind Ihre Sympathien bei dem Spiel verteilt?

Jörg Albertz: Die sind für beide Vereine etwa gleich groß. Ich habe zehn Jahre bei Borussia gespielt, allerdings nur im Jugend- und Amateurbereich. Und natürlich verfolgt man heutzutage die Spiele der Vereine, für die man früher selber aktiv war, mit besonderem Interesse. Generell bin ich aber einfach nur ein Fan des Fußballs.

Sie haben mit dem HSV oft gegen Borussia gespielt. In Marcell Jansen spielt auch heute ein gebürtiger Gladbacher im linken Mittelfeld der Hanseaten. Sind Duelle gegen den Heimatverein für einen Fußballer etwas Besonderes?

Jörg Albertz: Das ist ohne Zweifel etwas Besonderes. Marcell kommt aus Mönchengladbach, hat dann über Bayern den Weg zum HSV gefunden. Es wird ein sehr schönes Spiel für ihn gegen die alten Jungs. Da wird er sich natürlich keine Blöße geben wollen.

Der HSV hatte zu Saisonbeginn große Probleme und war zeitweise am Tabellenende. Hat Sie dieser negative Lauf überrascht?

Jörg Albertz: Auf Grund der Tatsache, dass der HSV sehr viele gute Einzelspieler in seinen Reihen hat, kam die Entwicklung zu Saisonbeginn wirklich etwas überraschend. Die Mannschaft ist in dieser Phase einfach nicht als Einheit aufgetreten, konnte aber auch wegen der vielen Trainerwechsel in den vergangenen Jahren nicht in Ruhe arbeiten. Jetzt hat sich die Mannschaft gesteigert. Mit dem Abstieg wird sie in dieser Saison nichts zu tun haben, sondern im gesicherten Mittelfeld landen. Das genügt aber natürlich nicht den Ansprüchen, die der HSV hat.

Glauben Sie also nicht, dass es in dieser Saison noch für den internationalen Wettbewerb reichen könnte?

Jörg Albertz: Das wird knapp. Um das europäische Geschäft noch zu erreichen, müsste man jetzt eine Siegesserie hinlegen. Die Möglichkeit besteht, ich denke aber, das vorrangige Ziel sollte für den HSV sein, erst einmal in ruhige Fahrwasser zu kommen. Dann kann man den Grundstein für eine erfolgreichere Saison legen.

Wo liegen die Stärken der Hamburger? Worauf muss sich Borussia einstellen?

Jörg Albertz: Die Tagesform wird natürlich entscheidend sein. Aber die Mannschaft tritt wieder als Einheit auf, in der jeder für jeden kämpft. Diese mannschaftliche Geschlossenheit zeichnet die Hamburger derzeit aus. Borussia kann aber momentan jedem Gegner mit absolut breiter Brust begegnen. Es macht einfach Freude, die Mannschaft spielen zu sehen. Insofern dürfte es schwer werden für den HSV, aber an einem guten Tag ist etwas drin für sie.

Alle Borussia News lesen…

Weitere Videos, Bilder, Berichte oder Meinungen zu diesem Thema:

  • Keine weiteren Infos zu diesem Thema