Seit mehr als 17 Jahren hatte sie nicht mehr in Stuttgart gewonnen. Doch davon spricht seit gestern niemand mehr. Souverän mit 3:0 setzte sich die Mannschaft von Trainer Lucien Favre beim VfB durch und bleibt damit in Schlagdistanz zum Top-Trio der Liga. „Am Ende haben wir auch in der Höhe verdient gewonnen. Die Art und Weise, wie die Jungs aufgetreten und was sie für eine unglaublich hohe Laufbereitschaft an den Tag gelegt haben, war schon beeindruckend“, sagte Sportdirektor Max Eberl. Favre pflichtete ihm bei: „Insgesamt war es eine gute Leistung von uns. In Stuttgart 3:0 zu gewinnen, ist gut. Und für mich war der Sieg vor allem auf Grund der zweiten Hälfte verdient.“

Trotz eines überlegen geführten zweiten Durchgangs mussten die Borussen jedoch lange warten, bis der Deckel drauf war. „Wir haben unsere Konter zu überhastet ausgespielt und wurden auf der Bank schon ein wenig nervös“, gestand Favre. Erst in der 81. Minute sorgte Marco Reus nach einem Traumpass von für die Entscheidung. Es war bereits der zwölfte Saisontreffer des Nationalspielers. So viele Bundesligatore für Borussia nach 19 Spieltagen auf dem Konto hatte zuletzt Martin Dahlin im Jahre 1996. Nur drei Minuten später setzte nach einer Traumkombination über Reus und Herrmann sogar noch einen drauf und sorgte mit dem 3:0 für den Schlusspunkt. „Wir haben unser Spiel durchgedrückt, das spricht für unser Selbstvertrauen“, meinte Eberl.

„Sehr gut verteidigt“

In den ersten 45 Minuten galt das vorrangig für die Defensive. „Die Stuttgarter haben es zu Beginn mit langen Bällen auf die beiden Sturmspitzen versucht, aber wir haben das sehr gut verteidigt“, lobte Favre. „Vor allem haben wir wenig Fouls begangen, das war wichtig, denn Stuttgart ist bei Standards extrem gefährlich.“ Doch auch Borussia hat bei ruhenden Bällen große Qualitäten – wie sie in der 31. Minute bewies. Nach einer genau getimten Freistoß-Flanke von Reus lenkte die Kugel halb mit dem Kopf, halb mit der Schulter unhaltbar ins lange Eck. Nach dem Führungstreffer hatte der VfL die Partie endgültig im Griff und fuhr am Ende seinen fünften Auswärtssieg der Saison ein – allesamt zu Null.

Angesichts von acht Punkten Vorsprung auf Rang fünf und zwölf Zählern auf Rang acht wurden nach dem Spiel natürlich wieder die Fragen nach der Qualifikation für das internationale Geschäft laut. Doch damit beschäftigen sich die Borussen nach wie vor nicht. „Wir werden trotz des Siegs weiter nur von Spiel zu Spiel denken. Unser Ziel ist, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Wir schauen nur auf uns, denn es wird noch sehr schwer für uns in den kommenden Wochen. Schon am Samstag in Wolfsburg wird es sehr hart“, warnte Favre.

Ob dem Schweizer in der Autostadt alle Spieler zur Verfügung stehen, ist noch offen. Am heutigen Auslaufen konnten vier Profis nicht teilnehmen. soll nach seiner Grippe am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Gleiches könnte für gelten, dessen Rückenprellung allmählich abzuklingen scheint. Mike Hanke zog sich gestern eine Oberschenkelprellung zu und lief individuell aus. Gar nicht mit in die Kälte ging Dante, der sich gestern am Fuß verletzt hatte und deshalb auf dem Fahrrad-Ergometer Platz nahm.

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