Borussias Trainer Lucien Favre bot exakt die Elf auf, die am vergangenen Samstag in Wolfsburg ein Remis holte. Roel Brouwers ersetzte den grippekranken Martin Stranzl erneut in der Innenverteidigung. Und der Niederländer war nach einer ereignisarmen Anfangsphase in der 18. Minute gleich zur Stelle, als Herthas einzige Sturmspitze Pierre-Michel Lasogga die erste Torchance der Partie hatte. Seinen Schussversuch von der Strafraumgrenze wehrte Brouwers gerade noch rechtzeitig zur Ecke ab. Offensiv gelang dem VfL trotz mehr Ballbesitz zunächst nicht viel. Immer wieder gab es Ballverluste im Spielaufbau. So auch in der 30. Minute. Raffael profitierte von einem Fehlpass in der Gladbacher Defensive und drang halblinks in den Strafraum ein. Sein strammer Linksschuss landete am Außennetz.
Berlin übernahm zunehmend die Spielkontrolle und drängte Borussia weit in die eigene Hälfte zurück. Lediglich Patrick Herrmann sorgte für ein wenig Gefahr, als er zwei Flanken vor dem Tor der Herthaner nicht richtig mit dem Kopf erwischte. Ansonsten erspielten sich die Borussen im ersten Durchgang keine zwingende Torchance. Hinten hatten sie aber acht Minuten vor der Halbzeit noch eine brenzlige Situation im Strafraum des VfL zu überstehen, als Lasogga nach einer schnellen Kombination freigespielt wurde. Borussias Schlussmann Marc-André ter Stegen klärte aber zur Ecke, so dass es zur Pause in einem wenig aufregenden Spiel beim torlosen Unentschieden blieb.
In der zweiten Halbzeit agierte der VfL zu Beginn deutlich druckvoller und zwang die Herthaner zu Fehlern im Spielaufbau. Marco Reus war in der 50. Minute frei durch, das Zuspiel von Patrick Herrmann war aber einen Tick zu steil, so dass Berlins Schlussmann Thomas Kraft den Ball ohne große Mühe aufnehmen konnte. Hertha kam nach einer Stunde zu ihrer bis dato besten Torchance. Peter Niemeyer zirkelte den Ball aus knapp 18 Metern an den Außenpfosten. Kurz darauf lenkte ter Stegen einen Distanzschuss von Alfredo Morales mit einer Glanzparade um den Pfosten. Schiedsrichter Dr. Brych hatte aber ohnehin auf Abseits entschieden.
In der Folgezeit blieb es ein Spiel, das sich größtenteils zwischen beiden Strafraumgrenzen abspielte. Zu Torraumszenen kam es äußerst selten. Beide Teams hatten zudem mitunter ihre liebe Mühe mit dem schwierig zu bespielenden Platz. Zwölf Minuten vor dem Ende tauchte Igor de Camargo nach Pass von Mike Hanke frei vor dem Tor der Herthaner auf. Der Brasilianer brachte den Ball aber nicht richtig unter Kontrolle, so dass Thomas Kraft parieren konnte. Wenige Minuten später verpasste Mike Hanke eine scharfe Hereingabe am Fünfmeterraum nur knapp. Borussia war in der Schlussphase das präsentere Team und riskierte mehr in der Offensive. Ganz vorne fehlte aber ein wenig die Durchschlagskraft. Die Berliner wurden wenige Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit nur noch durch einen Distanzschuss von Andreas Ottl gefährlich.
Es ging in die Verlängerung. Und Borussia knüpfte an die engagierte Schlussphase an. Hertha kam kaum noch zu nennenswerten Aktionen. Nach zehn Minuten in der Verlängerung ging Borussia in Führung. Herthas Innenverteidiger Roman Hubnik geriet nach einer harmlosen Aktion im Strafraum mit Igor de Camargo aneinander und versetzte dem Angreifer des VfL einen Kopfstoß. Schiedsrichter Dr. Felix Brych entschied auf Strafstoß für Borussia und zeigte Hubnik zudem die Rote Karte. Kapitän Filip Daems ließ sich von der Unruhe nach dieser Entscheidung nicht beeindrucken und verwandelte gewohnt souverän.
In Überzahl stand das Team von Lucien Favre defensiv sicher und ließ nicht mehr viel anbrennen. Ronny versuchte es für die Berliner noch einmal aus der Distanz, verfehlte aber den Kasten von Marc-André ter Stegen. Auf der anderen Seite ergaben sich noch Konterchancen für Borussia. Mike Hanke scheiterte aber vier Minuten vor dem Ende an Hertha-Keeper Kraft. Der eingewechselte Adrian Ramos hatte für Hertha noch einmal die große Chance auszugleichen, verzog aber deutlich. In der Nachspielzeit traf der gerade eingewechselte Oscar Wendt nach schöner Vorarbeit von Juan Arango zum Endstand. Borussia zieht damit zum ersten Mal seit 2004 wieder in das Halbfinale des DFB-Pokal ein.
Hertha BSC Berlin: Kraft – Morales, Mijatovic, Hubnik, Kobiashvili (80. Ronny) – Niemeyer, Ottl (116. Ramos) – Ebert, Lustenberger (60. Bastians), Raffael – Lasogga
Borussia: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Herrmann (70. de Camargo), Arango – Reus (115. Marx), Hanke (120. Wendt)
Tore: 0:1 Daems (101. Foulelfmeter), 0:2 Wendt (120.+2)
Gelbe Karte: Ebert – Dante, de Camargo
Rote Karte: Hubnik
Zuschauer: 50.000
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych
Alle Borussia News lesen…



